Aus dem Meer geboren: die „Bleichen Berge“
Vor rund 250 Millionen Jahren waren die Dolomiten eine Ansammlung von Muscheln, Korallen und Algen, versunken in einem tropischen Meer. Vor etwa 70 Millionen Jahren tauchten sie auf und wurden dann von Zeit und Witterung geformt: Heute offenbaren sie in einer prachtvoll freiliegenden Geologie einen Querschnitt des Meereslebens der Trias. Es ist diese weltweit außergewöhnliche Konzentration von Karbonatgesteinen, die die Dolomiten zu einem Schatz für die Geowissenschaften macht.
Die helle Farbe des Dolomitgesteins verleiht ihnen den Namen “Bleiche Berge”. Bei Sonnenaufgang und vor allem bei Sonnenuntergang erglüht der Fels in Rosa und Feuerrot: das ist die Enrosadira, das Phänomen, das Legenden wie jene von König Laurin und seinem Rosengarten inspiriert hat, die mit dem Rosengarten-Massiv (Catinaccio) verbunden ist.
Die Entdeckung der Dolomiten
Ihre Geschichte in den Augen der Welt beginnt am Ende des 18. Jahrhunderts. Im Jahr 1789 erkannte der französische Naturforscher Déodat de Dolomieu die Besonderheiten des Minerals, aus dem sie bestehen, das ihm zu Ehren kurz darauf von Nicolas de Saussure “Dolomit” genannt wurde. 1822 untersuchte Leopold von Buch ihre Stratigrafie und machte seinen Freund Alexander von Humboldt darauf aufmerksam. Es war jedoch das Reisebuch The Dolomite Mountains von Gilbert und Churchill (1864), das diese Berge einem breiten Publikum bekannt machte und den Namen vom Mineral auf die gesamte Region ausdehnte.