UNESCO-Welterbe · seit 2009

Die Dolomiten, UNESCO-Welterbe

Am 26. Juni 2009 wurden die Dolomiten in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen, für ihre monumentale Schönheit (Kriterium VII) und ihre außergewöhnliche geologische und geomorphologische Bedeutung (Kriterium VIII), anerkannt als “eine der schönsten Berglandschaften der Welt”. Sie sind eine von nur vier UNESCO-Naturstätten im gesamten Alpenbogen.

Aus dem Meer geboren: die „Bleichen Berge“

Vor rund 250 Millionen Jahren waren die Dolomiten eine Ansammlung von Muscheln, Korallen und Algen, versunken in einem tropischen Meer. Vor etwa 70 Millionen Jahren tauchten sie auf und wurden dann von Zeit und Witterung geformt: Heute offenbaren sie in einer prachtvoll freiliegenden Geologie einen Querschnitt des Meereslebens der Trias. Es ist diese weltweit außergewöhnliche Konzentration von Karbonatgesteinen, die die Dolomiten zu einem Schatz für die Geowissenschaften macht.

Die helle Farbe des Dolomitgesteins verleiht ihnen den Namen “Bleiche Berge”. Bei Sonnenaufgang und vor allem bei Sonnenuntergang erglüht der Fels in Rosa und Feuerrot: das ist die Enrosadira, das Phänomen, das Legenden wie jene von König Laurin und seinem Rosengarten inspiriert hat, die mit dem Rosengarten-Massiv (Catinaccio) verbunden ist.

Die Entdeckung der Dolomiten

Ihre Geschichte in den Augen der Welt beginnt am Ende des 18. Jahrhunderts. Im Jahr 1789 erkannte der französische Naturforscher Déodat de Dolomieu die Besonderheiten des Minerals, aus dem sie bestehen, das ihm zu Ehren kurz darauf von Nicolas de Saussure “Dolomit” genannt wurde. 1822 untersuchte Leopold von Buch ihre Stratigrafie und machte seinen Freund Alexander von Humboldt darauf aufmerksam. Es war jedoch das Reisebuch The Dolomite Mountains von Gilbert und Churchill (1864), das diese Berge einem breiten Publikum bekannt machte und den Namen vom Mineral auf die gesamte Region ausdehnte.

Die 9 Systeme der UNESCO-Dolomiten

Das Welterbe besteht aus neun nicht aneinandergrenzenden Bergsystemen, die als ein zusammenhängendes Ganzes verstanden werden, mit einer Gesamtfläche von über 231.000 Hektar in fünf Provinzen (Belluno, Bozen, Trient, Pordenone, Udine) und drei Regionen (Venetien, Trentino-Südtirol, Friaul-Julisch Venetien).

#SystemWoFläche
1Pelmo e Croda da LagoVeneto (Belluno)6.771 ha
2MarmoladaVeneto e Trentino2.784 ha
3Pale di San Martino, San Lucano, Dolomiti Bellunesi e Vette FeltrineTrentino e Veneto55.335 ha
4Dolomiti Friulane e d'Oltre PiaveFriuli Venezia Giulia e Veneto46.489 ha
5Dolomiti SettentrionaliVeneto e Alto Adige78.767 ha
6Puez-OdleAlto Adige10.796 ha
7Sciliar-Catinaccio e LatemarAlto Adige e Trentino14.073 ha
8BletterbachAlto Adige818 ha
9Dolomiti di BrentaTrentino15.336 ha

Wer die UNESCO-Dolomiten schützt

Die Verwaltung des Welterbes ist der Stiftung Dolomiten UNESCO anvertraut, die die Provinzen Belluno, Bozen-Südtirol, Trient, Pordenone und Udine gemeinsam mit den Regionen Venetien und Friaul-Julisch Venetien vereint. Ziel ist es, den Schutz der Umwelt mit einer nachhaltigen Entwicklung und einem verantwortungsvollen Tourismus zu verbinden und dieses Erbe an künftige Generationen weiterzugeben.

Häufige Fragen zu den UNESCO-Dolomiten

Seit wann sind die Dolomiten UNESCO-Welterbe?

Die Dolomiten wurden am 26. Juni 2009 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen, nach den Naturkriterien VII (außergewöhnliche Schönheit) und VIII (geologische Bedeutung), und als "eine der schönsten Berglandschaften der Welt" anerkannt.

Wie viele Systeme umfasst das UNESCO-Welterbe Dolomiten?

Das Welterbe besteht aus neun nicht aneinandergrenzenden Bergsystemen, die als ein zusammenhängendes Ganzes verstanden werden, mit einer Gesamtfläche von über 231.000 Hektar, verteilt auf fünf Provinzen und drei Regionen.

Warum heißen sie Dolomiten?

Der Name geht auf den französischen Naturforscher Déodat de Dolomieu zurück, der 1789 das besondere Gestein dieser Berge untersuchte, das ihm zu Ehren später "Dolomit" genannt wurde. Wegen ihrer hellen Farbe werden sie auch "Bleiche Berge" (Monti Pallidi) genannt.

Was ist die Enrosadira?

Es ist das Phänomen, bei dem sich das Dolomitgestein bei Sonnenaufgang und vor allem bei Sonnenuntergang von Rosa bis Feuerrot färbt. Die Farbveränderungen hängen vom Stand der Sonne ab und sind besonders an Sommerabenden zu sehen.