Die Karte der Dolomiten

Ein Relief, aus den echten Geländehöhen berechnet, darüber vierhundertneunundfünfzig Orte auf realen Koordinaten. Zwanzig Gruppen: wähle eine, um hineinzugehen.

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343 Gipfel · 61 Orte · 18 Seen · 0 Pässe · 37 HüttenRelief aus den Geländehöhen · Orte und Fels aus OpenStreetMap (ODbL)

Wie sie gebaut ist, und warum man ihr trauen kann

Der Untergrund ist keine Fotografie. Er ist eine physische Karte, berechnet aus einem digitalen Geländemodell mit rund sechsundzwanzig Metern Rasterweite: streifendes Licht aus Nordwesten und drei Aufhelllichter für das Relief, die Eintiefung der Täler und Höhenstufen vom Grün der Talböden bis zum Ocker der Hochweiden. Wo OpenStreetMap nackten Fels verzeichnet, wechselt die Palette ins helle Grau des Kalks, und darum lassen sich die zwanzig Dolomitengruppen auf einen Blick unterscheiden. Darüber liegen die echten Flüsse und Seen, ebenfalls aus OpenStreetMap, und die Grenzen der drei Provinzen, gezeichnet nach den tatsächlichen Verwaltungsrelationen und nicht von Hand nachgezogen.

Die Karte öffnet sich auf Norditalien und sinkt nach drei Sekunden von selbst auf die Dolomiten herab: sie soll zeigen, wo sie liegen, bevor man sie aus der Nähe ansieht. Die Städte auf der weiten Ansicht dienen nur der Orientierung. Der Wald ist eine eigene Ebene aus OpenStreetMap: ohne ihn sagten die Höhenstufen allein nicht, ob jenes Grün Weide oder Wald ist, und nach oben lichtet er sich, wie er sich wirklich lichtet. Die Seen haben einen hellen Rand, damit sie auch klein noch lesbar sind — der Karersee ist zweihundertfünfzig Meter breit und verschwände in diesem Maßstab. Auch die Hauptstraßen sind dabei, von den Autobahnen im Tal bis zu den Landesstraßen hinauf zu den Pässen: auf einer Bergkarte orientieren sie besser als alles andere.

Die Satellitenfassung haben wir gebaut und verworfen. Von dort oben ist unter dem Kronendach der Wälder kaum etwas zu unterscheiden: die Täler werden zu einer gleichförmig dunklen Fläche und die Form des Berges verschwindet. Die Schummerung macht das Gegenteil, denn sie zeigt nicht Farbe, sondern Neigung.

Die Koordinaten stammen aus OpenStreetMap, abgefragt über zwei Ausschnitte, die zentralen Dolomiten und die Brenta. Der rohe Ausschnitt enthielt die Ötztaler Alpen, die keine Dolomiten sind: die Wildspitze mit 3.768 Metern war der Beweis des Fehlers. Der Filter, der es richtete, ist geologisch und überprüfbar: die Marmolata mit der Punta Penia auf 3.343 Metern ist der höchste Gipfel der Dolomiten, alles Höhere fällt also per Definition heraus.

Danach der Abgleich mit einer unabhängigen Quelle. Neun bekannte Orte gegen die Koordinaten der Wikipedia: acht stimmen auf achthundert Meter überein, die meisten auf fünfundzwanzig bis vierhundert. Die einzige große Abweichung ist das Pordoijoch, und falsch liegt die Wikipedia, die es 1,8 km östlich des echten Passes verortet.

Die Namen der zwanzig Gruppen sind nicht nach Augenmaß gesetzt: jede ist an ihre echten Gipfel gebunden, und die Beschriftung steht in deren Mittel. Das Verfahren hat auch verworfen, was nicht trug. Schlern, Schiara, Vette Feltrine und die Friulanischen Dolomiten haben in unserem Datenbestand keine Gipfel und erscheinen deshalb nicht, statt aus dem Gedächtnis gesetzt zu werden. Und eine Namensgleichheit hätte Fanes fast um fünfzehn Kilometer verschoben: in den Daten gibt es ein „Sasso delle Nove“ nahe der Sella, das nicht zur Fanesgruppe gehört.

Orte verweisen nur dort auf ihre Seiten, wo der Name exakt übereinstimmt: siebenunddreißig von einundvierzig. Der ungefähre Abgleich wurde versucht und verworfen, weil er glaubwürdige Fehler erzeugt — er setzte das Hochplateau der Pale di San Martino auf San Martino in Badia, vierzig Kilometer entfernt in einem anderen Tal. Eine Karte mit falsch gesetzten Nadeln ist schlimmer als gar keine Karte.

343 Gipfel und 20 Gruppen, und kein Strich ist von Hand gezogen: alles, was du siehst, ist ein Datum.