Alta Badia öffnet sich am Fuß der Sellagruppe, in den sonnigen Mulden des Gadertals, verstreut mit alten Höfen. Die Dörfer sind Corvara, Kolfuschg (Colfosco), La Villa, St. Kassian (San Cassiano) und Abtei (Badia), überwacht von der unverwechselbaren Gestalt des Sass Songher und, weiter oben, von den Dreitausenderwänden der Lavarella und der Conturines. Das Land ist offen und voller Licht, und die grasbewachsenen Hochflächen der Pralongià und des Piz La Ila scheinen wie geschaffen, um langsam zu gehen.
Dies ist eines der Kernländer der ladinischen Identität. Die meisten Menschen hier sprechen Ladinisch, und die Sprache taucht in den Schulen, den lokalen Einrichtungen und den Ortsnamen auf. In St. Kassian bewahrt das Museum Ladin Ursus Ladinicus die Knochen eines prähistorischen Bären, gefunden in der Conturines-Höhle. Die alten Höfe, manche seit Jahrhunderten urkundlich belegt, erzählen von einer eigensinnigen Bauernwelt, die nie aufgegeben hat. Tradition ist hier keine Vorstellung für Besucher. Sie ist einfach die Art, wie die Menschen leben.
In den letzten Jahrzehnten hat sich Alta Badia einen Ruf für ein Essen erarbeitet, mit dem kein anderes Tal der Dolomiten mithalten kann, und bringt die alten Geschmäcker (Knödel, Gerstensuppe) ins Gespräch mit preisgekrönten Köchen. Der Winter besteht aus weitem, sonnenverwöhntem Skifahren, mit der Sellaronda in Reichweite und der brutalen Gran-Risa-Piste in La Villa, die jeden Dezember den Weltcup-Riesenslalom befeuert. Nur wenige Orte lassen große Höhe und feine Küche so selbstverständlich nebeneinander bestehen.



