Gröden folgt dem Grödner Bach durch die felsigen Riesen der Dolomiten. Der zerklüftete Grat der Seceda, die Türme des Langkofels und der gedrungene Block der Sella schließen sich rundum um das Tal. Drei Dörfer geben den Takt vor. St. Ulrich (Ortisei) liegt auf etwa 1.236 Metern und ist das eleganteste der drei, jenes, das sich am ehesten wie ein Städtchen anfühlt. Dann kommt St. Christina, und schließlich Wolkenstein (Selva), das bis an den Fuß der Pässe hinaufklettert. Das Erste, was dir auffällt, ist, wie die grünen Wiesen jäh aufhören und in senkrechte elfenbeinfarbene Wände übergehen.
Und es sind nicht nur die Berge. Was dieses Tal auszeichnet, ist eine Kultur, die noch heute jeden Tag ihre eigene Geschichte erzählt. In den Geschäften, den Schulen und bei den Dorffesten hörst du Ladinisch, den Grödner Dialekt, und du liest es in den Ortsnamen. Die Holzschnitzerei ist hier in den langen Wintern früherer Zeiten entstanden: Bauern, die zu Bildhauern wurden und Krippen und Heiligenfiguren an Kirchen in aller Welt verschickten. So wurde Gröden zu einer Hauptstadt des Bergkunsthandwerks.
Im Winter ist das Tal einer der Motoren des Dolomiti Superski. Die Saslong-Piste in St. Christina ist jeden Dezember Schauplatz des Weltcups, und du kannst die gesamte Sellaronda an einem einzigen Tag umfahren. Sobald der Schnee weg ist, öffnen die Seilbahn auf die Seceda und die Wege Richtung Langental und Langkofelrunde Wanderungen für jede Kondition. Es ist also ein Ort, der von seinen Bergen lebt, ohne zu vergessen, woher er kommt.