Das Fassatal folgt dem Wildbach Avisio durch das nördliche Trentino, mit einigen der beliebtesten Massive der Dolomiten zu beiden Seiten: dem Rosengarten und seinen gotischen Zinnen, dem Langkofel, der Sella und am hintersten Ende dem gewaltigen Block der Marmolata. Sieben Orte reihen sich zwischen 1.200 und 1.500 Metern aneinander, von Moena, der sogenannten Fee der Dolomiten, hinauf bis Canazei und Campitello am Fuß der großen Pässe. Das Tal hat ein warmes, ungezwungenes Wesen, in dem schroffer Fels neben weichen Wiesen und lebhaften kleinen Ortskernen liegt.
Es ist das einzige Tal im Trentino, in dem Ladinisch noch täglich gebraucht wird, am Leben gehalten von den Schulen, dem Istituto Culturale Ladino und dem Museum Ladin de Fascia in Vigo. Und an diesen Gipfeln spielt die Sage von König Laurin und seinem Rosengarten. Die Geschichte erzählt, dass der besiegte König seine Rosen verfluchte, damit sie niemand je wieder sehe, weder bei Tag noch bei Nacht, und dabei die eine Stunde der Dämmerung vergaß. So glüht der Rosengarten tiefrot, wenn die Sonne untergeht, der Effekt, den man Enrosadira nennt.
Im Winter fährst du die weiten Skirunden des Rosengartens und steigst von Canazei und Campitello in die Sellaronda ein. Im Sommer wird das Tal zur Basis für Klettersteige, Trekking und Aufstiege zu den Vajolettürmen und der Marmolata. Es gibt auch eine lange Thermentradition rund um die Mineralquellen von Pozza und einen Kalender voller traditioneller Feste. Die Fassaner sind stolz auf ihre kulturelle Eigenständigkeit, und sie haben den Namen des Tals über den Tourismus aufgebaut, ohne auszulöschen, wer sie sind.
