Die Brenta-Dolomiten sind ein Sonderfall: die einzige Dolomitengruppe westlich der Etsch, getrennt vom Rest der "bleichen Berge" und deshalb als eines der neun Systeme des UNESCO-Welterbes anerkannt. Hier zeigt der Dolomit seine ganze Vertikalität: Campanili, Türme und Wände, durchzogen von langen waagerechten Bändern, jenen natürlichen Balkonen, die die Brentagruppe unverwechselbar machen. Die gesamte Gruppe liegt im Naturpark Adamello-Brenta, dem größten Schutzgebiet des Trentino, wo die mit dem Projekt Life Ursus wiederangesiedelte Braunbärenpopulation lebt.
Für alle, die in die Berge gehen, hat der Name Brenta Gewicht. Der Campanil Basso, ein Felsobelisk von 2.883 Metern, ist eine der berühmtesten Besteigungen der Alpingeschichte: 1899 wurde er erstmals bezwungen, und seither ist er eine Pilgerfahrt für alle, die klettern. Auf den Bändern verläuft der Bocchette-Weg, das berühmteste Klettersteigsystem der Dolomiten, das das Herz der Gruppe durchquert und an historischen Hütten wie der Tuckett-Hütte, der Pedrotti-Hütte und der Alimonta-Hütte vorbeiführt. Du musst aber kein Alpinist sein: Wege, Almen und Seen machen die Brentagruppe auf jedem Niveau genießbar.
Die Gruppe hat zwei Gesichter. Im Westen liegt das Val Rendena mit Madonna di Campiglio und Pinzolo: die mondänere Seite, mit dem großen Skigebiet und der Grostè-Kabinenbahn, die dich mühelos in die Höhe bringt. Im Osten liegen Molveno, mit seinem See am Fuß der Wände, und die Hochebene von Andalo-Paganella, das perfekte Maß für Familien. Im Norden, im Nonstal, schließt der Tovelsee den Kreis mit einem der schönsten und stillsten Talkessel des gesamten Alpenbogens. Welche Seite du auch wählst, die Brenta bleibt dir in den Augen.
