Das Comelico und Sappada sind die östlichste und versteckteste Ecke der Dolomiten, wo das obere Piavetal in die Grenzen zu Karnien, dem Cadore und dem österreichischen Kärnten übergeht. Es sind stille Täler, abseits der Haupttouristenrouten, die einen seltenen Schatz an Traditionen, Sprachen und Architektur bewahrt haben. Man atmet hier eine ältere, unverdorbene Luft, in der die wilde Natur noch die Oberhand hat.
Was diese Landstriche auszeichnet, ist vor allem Sprache und Kultur. Das Comelico hat einen ladinischen Dialekt am Leben gehalten, während Sappada an einer alten germanischen Zunge festhält, dem Plodarisch, im Mittelalter von austro-bairischen Siedlern aus Tirol gebracht. Diese doppelte Identität erzählt die Geschichte alter Ansiedlungen in einem Grenzgebiet. Seit 2017 gehört Sappada verwaltungstechnisch zu Friaul-Julisch Venetien, bleibt aber im Herzen der Dolomiten.
Die Weiler bewahren ein seltenes architektonisches Erbe aus Holzhäusern, gebaut mit der Blockbau-Technik, waagerecht an den Ecken verzahnte Balken, die noch in den alten Ansiedlungen von Sappada Vecchia und Cima Sappada stehen. Ringsum gibt es Täler zu erkunden: das Val Sesis mit der Quelle des Piave, den Acquatona-Wasserfall, das wilde Val Visdende und die Gipfel der Popera-Gruppe. Im Februar ist der berühmte Karneval von Sappada, mit seinen traditionellen Masken und dem Umzug der Rollate, die innigste Veranstaltung des Jahres.
