Die Drei Zinnen sind der meistfotografierte Berg Italiens, und die Frage, die wirklich ankommt, ist nicht, welchen Weg man geht: es ist, wie man mit dem Auto hinkommt und wohin damit. Dazu kursieren noch immer jahrealte Angaben, und eine davon kostet die ganze Tagesplanung.
Die Mautstraße von Misurina zur Auronzohütte funktioniert nicht mehr wie früher. An der Schranke vorfahren und zahlen reicht nicht: die Zufahrt muss vorab online gebucht werden, und der Parkplatz oben lässt sich nur mit dieser Buchung nutzen.
Hier steht, wie es heute läuft, wann man dort sein sollte, welche Shuttles fahren und was man macht, wenn kein Platz mehr ist.
Die Mautstraße, und die Buchung, die fast niemand erwähnt
Die Drei Zinnen liegen in einem Naturschutzgebiet, und die Zufahrt mit dem Auto ist geregelt. Die Panorama-Mautstraße beginnt in der Nähe des Misurinasees und endet am Parkplatz der Auronzohütte auf 2.320 Metern: es ist das letzte Stück, das den ganzen Aufstieg erspart.
Entscheidend ist, dass die Zufahrt vorab online gebucht werden muss und der Hauptparkplatz vor der Hütte nur mit vorheriger Buchung nutzbar ist. Wer ohne kommt und wie früher vor Ort zahlen will, steht womöglich vor geschlossener Schranke, mit einem bereits angefangenen Tag.
Die Straße ist nur in der Sommersaison offen, in der Regel von Juni bis Oktober, und die genauen Daten hängen vom Schnee ab. Den Mautpreis nennen wir hier bewusst nicht: er ändert sich jede Saison, und eine veraltete Zahl auf einer Seite, die jahrelang online bleibt, richtet mehr Schaden an als gar keine. Man prüft ihn beim Buchen.
- Start: in der Nähe des Misurinasees
- Ziel: Parkplatz der Auronzohütte, 2.320 m
- Onlinebuchung im Voraus erforderlich
- Saison: etwa von Juni bis Oktober
- Der Parkplatz oben ist nur mit Buchung nutzbar
Wann man dort sein muss
Der Rat des Tourismusverbands lautet, in den frühen Morgenstunden zu kommen, in der Hochsaison vor sieben Uhr. Das ist nicht der übliche Satz, den man überall liest: es ist dieselbe Schwelle, die wir messen, wenn wir die Dolomiten-Parkplätze auswerten, die ihre freien Plätze in Echtzeit veröffentlichen.
Am Sellajoch, wo es den Sensor gibt, war der Parkplatz an 36 von 67 erfassten Tagen komplett voll, im Schnitt um 7.42 Uhr. Nicht um neun: um zweiundvierzig nach sieben. Die Drei Zinnen haben keinen öffentlichen Sensor, dort können wir also nicht messen, aber die Dynamik ist dieselbe und der Druck höher, nicht niedriger.
Übersetzt: wer eine Autostunde entfernt schläft, stellt den Wecker auf fünf. Wem das zu viel ist, für den lautet die richtige Antwort nicht, später loszufahren und zu hoffen, sondern das Verkehrsmittel oder die Uhrzeit zu wechseln. Beides funktioniert, und beides steht hier unten.
Die Shuttles, die eigentliche Alternative
Von der Südtiroler Seite fahren Shuttlebusse hinauf zur Auronzohütte. Am direktesten ist die Linie 444 ab Toblach, dazu kommen Verbindungen aus Sexten und Innichen. Auch das Shuttleticket bucht man besser vorab online, und der Dienst fährt nur in der Sommersaison.
Das löst drei Probleme auf einmal: keine Straße zu buchen, keinen Platz zu suchen, keine Kehren zweimal zu fahren. Für zwei Personen fällt der Vergleich zwischen Ticket und Maut plus Parkplatz meist zugunsten des Shuttles aus.
Wer von der venetischen Seite kommt, hat es schwerer, weil die öffentlichen Verbindungen nach Misurina seltener sind. Dann ist Auronzo di Cadore oder Misurina selbst der bessere Standort, von dort ist der Aufstieg auch früh am Morgen kurz.
Zu Fuß hinauf, wovon niemand erzählt
Die letzte Möglichkeit ist die, die Reiseführer vergessen: zu den Drei Zinnen kommt man zu Fuß, und von Sexten, Innichen und Toblach führen Zustiege hinauf, die an keiner Schranke vorbeikommen.
Ein Spaziergang ist das nicht: es sind lange Aufstiege, ab einem halben Tag aufwärts, mit der passenden Ausrüstung und der passenden Zeitplanung. Aber es ist auch die Art, die Drei Zinnen ohne dreihundert Menschen ringsum zu sehen, und wer sie kennt, wählt sie genau deshalb.
Oben angekommen ist die klassische Runde dieselbe, egal wie man hinaufgekommen ist: zehn Kilometer um den Stock, 400 Höhenmeter, dreieinhalb Stunden Gehzeit, vorbei an der Dreizinnenhütte. Etappe für Etappe beschrieben in der Runde um die Drei Zinnen.
Wenn der Parkplatz voll ist
Mit der Buchungspflicht kommt das seltener vor als früher, aber es kommt vor: der Parkplatz oben hat ein Fassungsvermögen, und wenn es ausgeschöpft ist, ist es ausgeschöpft. Es gibt zwei Gegenzüge, und Warten in der Schlange ist keiner davon.
Der erste ist, die Uhrzeit umzudrehen. Auf den Parkplätzen, die wir messen, dauert die volle Phase weit kürzer, als es scheint: sie füllen sich früh am Morgen und leeren sich gegen Mittag wieder, wie wir im Mittagsfenster beschreiben. Um ein Uhr nachmittags anzukommen funktioniert, gegen jeden Instinkt, oft besser als um neun.
Der zweite ist, für diesen Tag den Berg zu wechseln. Die Sextner Dolomiten haben andere Punkte, von denen die Drei Zinnen ganz zu sehen sind, allen voran die Nordwand und das Fischleintal, und dort ist der Druck eine andere Sache.
- Vorab buchen: ohne Buchung geht es nicht hinauf
- In der Hochsaison vor 7 Uhr an der Schranke sein
- Shuttle 444 ab Toblach, oder ab Sexten und Innichen
- Ist es morgens voll, wird es am frühen Nachmittag frei
- Der Plan B heißt Fischleintal, nicht Warteschlange
Warum die Hütte Auronzo heißt, obwohl sie in Südtirol steht
Das fragt sich jeder beim Blick auf die Karte, und die Antwort ist eine Eigentumsfrage. Die Auronzohütte gehört der Gemeinde Auronzo di Cadore, der auch dieser Teil des Hochgebiets gehört: der Ort liegt dreißig Kilometer tiefer und sechzehnhundert Meter weiter unten, in Venetien.
Die Drei Zinnen liegen genau auf der Grenze zwischen den Gemeinden Auronzo di Cadore und Toblach, also zwischen Venetien und Südtirol. Deshalb bestehen an diesem Berg zwei Tourismussysteme, zwei Sprachen und zwei Arten, die Zufahrt zu regeln, nebeneinander. Wer von Norden aufsteigt und wer von Süden aufsteigt, trifft nicht auf dieselben Regeln.
Das ist auch der Grund, warum die Angaben im Netz so widersprüchlich sind: die eine Hälfte beschreibt die venetische Seite, die andere die Südtiroler, fast immer ohne es zu sagen.
Häufige Fragen
Muss man für die Drei Zinnen buchen?
Ja. Die Zufahrt mit dem Auto auf der Mautstraße von Misurina zur Auronzohütte muss vorab online gebucht werden, und der Parkplatz oben ist nur mit dieser Buchung nutzbar. An der Schranke vorfahren und zahlen reicht nicht mehr.
Wann muss man an den Drei Zinnen sein?
In der Hochsaison vor sieben Uhr morgens: das rät der Tourismusverband, und es ist dieselbe Schwelle, die wir auf den Dolomiten-Parkplätzen mit Sensor messen. Am Sellajoch füllt sich der Parkplatz im Schnitt um 7.42 Uhr, und an den Drei Zinnen ist der Druck höher.
Wie kommt man ohne Auto zu den Drei Zinnen?
Mit den Shuttlebussen von der Südtiroler Seite: die direkte Verbindung ist die Linie 444 ab Toblach, dazu Fahrten ab Sexten und Innichen. Das Ticket bucht man besser online, und der Dienst fährt nur in der Sommersaison.
Wann ist die Straße zu den Drei Zinnen offen?
Nur in der Sommersaison, etwa von Juni bis Oktober. Die genauen Daten hängen vom Schnee ab und ändern sich jedes Jahr, also beim Buchen prüfen.
Was kostet die Maut zu den Drei Zinnen?
Die Zahl nennen wir bewusst nicht: sie ändert sich jede Saison, und ein veralteter Preis auf einer Seite, die jahrelang online bleibt, schadet mehr, als keinen zu nennen. Man prüft ihn bei der Onlinebuchung, die ohnehin Pflicht ist.
Kann man zu Fuß zu den Drei Zinnen aufsteigen?
Ja, und von Sexten, Innichen und Toblach führen Zustiege hinauf, die an keiner Schranke vorbeikommen. Es sind lange Aufstiege, ab einem halben Tag aufwärts, aber auch die Art, die Drei Zinnen ohne dreihundert Menschen ringsum zu sehen.
Warum heißt die Auronzohütte so, wenn sie in Südtirol steht?
Weil sie der Gemeinde Auronzo di Cadore in Venetien gehört, der auch dieser Teil des Hochgebiets gehört. Die Drei Zinnen liegen auf der Grenze zwischen den Gemeinden Auronzo und Toblach: deshalb trifft man von Norden und von Süden nicht auf dieselben Regeln.
