Der Latemar ist einer jener Berge, die man auf den ersten Blick erkennt: eine Krone aus zerrissenen Zinnen zwischen dem Fleimstal und dem Eggental. An seinem Fuß liegt der Karersee, klein, aber berühmt für seine Farben, die je nach Licht und Tageszeit von Smaragdgrün bis Türkis reichen. Die Ladiner haben ihn seit jeher den See des Regenbogens genannt, und hinter dem Namen steckt eine Sage. Der Zauberer des Latemar, verliebt in die Nixe Ondina, spannte einen Regenbogen über das Wasser, um sie zu locken; als sie floh, zerschlug er ihn in tausend Stücke und warf sie in den See. Seither zeigt sich in seiner Tiefe jede Farbe. An windstillen Morgen wird die Oberfläche zum perfekten Spiegel der Gipfel und Wälder, weshalb der Karersee zu den meistfotografierten Motiven der Dolomiten zählt.
Die Runde um den See ist sehr kurz, auf einem flachen Weg, den du zwischen den Fotos in einer halben Stunde gehst. Wenn du mehr willst, gibt es Kletterrouten, Klettersteige, Panoramawege und im Winter ein Skigebiet am Latemar-Massiv, das hinunter ins Fleimstal reicht. Im Sommer ist die Gegend ein Ausgangspunkt für Touren durch Latschenfelder und hellen Kalkfels, und es lohnt sich, früh oder spät am Tag zum Karersee zurückzukehren, wenn das flache Licht die Spiegelungen entflammt und weit weniger Menschen die Ufer säumen.
Häufige Fragen
Darf man im Karersee baden?
Nein, Baden ist nicht erlaubt. Es handelt sich um ein geschütztes Naturgebiet, und der Zugang zum Ufer ist bewusst geregelt, um die Farben und das Ökosystem zu bewahren, das sie hervorbringt.
Wie lange dauert die Runde um den See?
Nicht lange: Die Runde ist kurz und fast völlig flach, etwa eine halbe Stunde. Plane etwas mehr für Fotostopps und den klassischen Aussichtspunkt ein.