Der Lagorai sieht ganz anders aus als die Dolomiten ringsum, und das erkennst du sofort: Der Fels ist hier kein heller Kalk, sondern dunkler vulkanischer Porphyr, der der ganzen Kette ein raues, strenges Aussehen verleiht. Der Kamm zieht sich über mehr als fünfzig Kilometer und gilt als das wildeste, unberührteste Berggebiet des Trentino: fast keine Lifte, wenige Hütten und viel Stille. Entlang der Grate verläuft der Translagorai, eine Höhendurchquerung von rund achtzig Kilometern von der Panarotta bis zum Rollepass, nur für wirklich Fitte. Und dann sind da die Seen: Mehr als hundert liegen über die Hochflächen verstreut, und daher hat die Kette ihren Namen.
Im Lagorai zu wandern heißt, die Einsamkeit zum Begleiter zu machen. Hier oben führt die Natur das Regiment, und der Mensch ist ein Gast auf der Durchreise, und das siehst du an dem, was frühere Zeiten hinterlassen haben: Entlang des gesamten Kamms, der im Ersten Weltkrieg die österreichisch-ungarische Frontlinie war, sind noch kilometerweise Schützengräben, Stellungen, Stollen und Baracken-Ruinen erhalten. Touren erfordern Kondition, Selbstversorgung und ein ehrliches Gespür für das Wetter, denn Unterschlupf ist rar. Dafür nimmst du eine der ursprünglichsten und intensivsten Erfahrungen mit nach Hause, die die Berge des Trentino bieten können.
Häufige Fragen
Ist der Lagorai für Anfänger geeignet?
Nur zum Teil. Es gibt kurze, leichte Runden um die Seen, aber Gratdurchquerungen wie der Translagorai sind eine ernste Sache: Du brauchst gute Kondition, Selbstversorgung und Hochgebirgserfahrung, denn Hütten sind selten und liegen weit auseinander.
Warum sieht der Lagorai so anders aus als die Dolomiten?
Weil er kein heller Dolomitkalk ist, sondern vulkanischer Porphyr. Daher die dunklen Farben, das schroffe Profil und jene strenge Ausstrahlung, die ihn sofort von den hellen Wänden der benachbarten Gruppen unterscheidet.