Der Hauptort von Alta Badia, am Fuß des Sassongher und Kreuzungspunkt der Sellaronda zwischen Grödner Joch und Campolongo-Pass.
Ein wenig Geschichte
Corvara, Corvara auf Ladinisch, liegt auf 1.568 Metern am Talschluss des Gadertals, wo sich das Tal zu einem Talkessel unterhalb des Sassongher öffnet. Es ist der bekannteste Ort von Alta Badia und sein touristisches Herz, doch hinter den Hotels ist es noch immer eine ladinische Siedlung, aus Höfen und Hochweiden entstanden.
Der Wendepunkt kam mit dem Skisport. Corvara war einer der ersten Orte der Dolomiten, der in Aufstiegsanlagen und Wintertourismus investierte, und heute ist es einer der Ausgangspunkte der Sellaronda, des Skizirkus rund um die Sellagruppe. Von hier steigst du zum Grödner Joch und zum Campolongo-Pass sowie hinauf zum Hochplateau Pralongià.
Die ladinische Sprache bleibt im Alltag lebendig, in den Festen und in den Ortsnamen. Die Kirche St. Katharina mit ihrem spitzen Glockenturm und die Höfe an den Hängen erinnern daran, dass der Ort lange vor den Pisten und den Seilbahnen existierte.
Corvara gilt als Wiege des Tourismus in Alta Badia. Bereits im 18. Jahrhundert kamen die ersten Gäste hierher, um mit einheimischen Führern die umliegenden Gipfel zu besteigen, oft britische Naturforscher und Geologen, die die Dolomiten studierten. Der Übergang zum Skifahren kam 1938, als der erste Lift am Col Alto in Betrieb ging; 1947 wurde er durch den ersten Sessellift Italiens ersetzt.
Die Kirche St. Katharina ist bereits 1347 belegt und beherbergt einen Flügelaltar von 1520, den einzigen gut erhaltenen im ganzen Gadertal. Am Tisch gibt es ladinische Küche, schlicht und ländlich: Knödel, cajincí (Ravioli mit Ricotta und Spinat) und tutres, die Krapfen mit Spinat- oder Sauerkrautfüllung.
Sehenswürdigkeiten
- Das Hochplateau Pralongià, der weite sonnige Balkon aus Wiesen und Hütten oberhalb des Ortes, zwischen Corvara und St. Kassian.
- Der Sass Songher, die Felspyramide, die über Corvara aufragt und das Wahrzeichen von Alta Badia ist.
- Die E-Bike-Tour auf der Pralongià, die vom Ort startet und durch die Weiden und Hütten des Plateaus hinaufführt.
So erreichst du Corvara
Mit dem Auto verlässt du die Brennerautobahn A22 bei Brixen/Pustertal, folgst dem Pustertal bis Bruneck und fährst das Gadertal auf der SS244 bis Corvara hinauf. Von Süden kommst du über den Campolongo-Pass oder das Grödner Joch. Der nächste Bahnhof ist Bruneck, mit Corvara durch die Linienbusse des Gadertals verbunden.
Beste Reisezeit
Der Sommer, von Juni bis September, ist die Jahreszeit zum Wandern, für die Anlagen hinauf zur Pralongià und für E-Bike-Touren. Der Winter bringt das Skifahren und die Sellaronda, mit Corvara unter den Ausgangspunkten des Zirkus. Der Dezember ist die Zeit des nahen Skiweltcup-Rennens in Stern.
Häufige Fragen
Was gibt es in Corvara zu sehen?
Das Hochplateau Pralongià mit seinen Hütten, den Sass Songher, der über den Ort aufragt, und, im Winter, die Sellaronda, die genau hier beginnt. Es ist der beste Ausgangspunkt, um ganz Alta Badia zu erkunden.
Wie kommt man nach Corvara?
Mit dem Auto verlässt du die Brennerautobahn A22 bei Brixen/Pustertal und fährst das Gadertal hinauf, oder du kommst über das Grödner Joch und den Campolongo-Pass an. Im Winter verbinden die Anlagen Corvara mit dem Skikarussell der Sella.
Ist Corvara auch für Menschen geeignet, die nicht Ski fahren?
Ja. Im Sommer ist es ein Ausgangspunkt zum Wandern, für E-Bike-Touren und Spaziergänge auf der Pralongià, während im Winter einige Anlagen auch Wanderer und Schneeschuhgeher bedienen. Der Ort hat das ganze Jahr über geöffnete Geschäfte, Restaurants und Dienstleistungen.
Was ist die Sellaronda, die in Corvara beginnt?
Es ist der Skizirkus rund um die Sellagruppe, der vier Täler über vier Dolomitenpässe verbindet. Corvara ist einer der Ausgangspunkte, und du kannst ihn im oder gegen den Uhrzeigersinn mit dem Dolomiti-Superski-Pass fahren.
Warum ist Corvara berühmt?
Corvara ist die Wiege des Tourismus in Alta Badia. Hier ging 1938 der erste Lift am Col Alto in Betrieb, später 1947 durch den ersten Sessellift Italiens ersetzt. Es ist außerdem einer der Ausgangspunkte der Sellaronda.
Was isst man in Corvara?
Die Küche hier ist ladinisch, schlicht und ländlich. Du findest Knödel, cajincí (Ravioli mit Ricotta und Spinat, mit Butter und Käse angemacht), panicia (Gerstensuppe mit Speck) und tutres, Krapfen mit Spinat- oder Sauerkrautfüllung. Probieren solltest du auch furtaies, spiralförmige Süßspeisen.