Die Langkofelrunde ist eine jener Touren, die Wanderer einander wie ein kleines Initiationsritual weitergeben. Sie beginnt am Sellajoch (Passo Sella) auf 2.180 Metern und umrundet den mächtigen Stock aus Langkofel und Plattkofel durch stetig wechselndes Gelände: Schutthänge, Weiden, Felsamphitheater, die senkrechten Türme immer im Rücken. Die klassische Variante ist rund zehn Kilometer lang und in einem halben Tag zu schaffen, doch die Vielfalt der Landschaft lässt sie länger wirken, im besten Sinn.

Unterwegs kommst du an mehreren Hütten vorbei, die eigene Kapitel der Dolomiten-Bergsteigergeschichte geschrieben haben: dem Rifugio Comici, der zwischen Langkofel und Plattkofel eingezwängten Vicenzahütte und ganz oben an der Langkofelscharte dem Rifugio Toni Demetz, das du auch mit einer eigenwilligen, eiförmigen Seilbahn erreichst. Diese Lifte lassen dich den Aufwand nach Belieben erhöhen oder verringern: Du kannst die Runde abkürzen oder den steilsten Anstieg zur Scharte auslassen. Der Abstieg zur Vicenzahütte ist der heikelste Abschnitt, ausgewiesen für erfahrene Wanderer, macht aber mit sicherem Tritt keine echten Probleme. Was diese Runde besonders macht, ist die seltene Mischung aus großer Bergkulisse und einfacher Logistik, mit Start an einem Pass, zu dem du hinauffahren kannst.

Häufige Fragen

Wo startet die Langkofelrunde?

Der klassische Start ist das Sellajoch, zu dem du von Wolkenstein in Gröden (Selva di Val Gardena) oder aus dem Fassatal hinauffahren kannst. Von dort beginnt die Runde um den Stock, meist zuerst in Richtung Rifugio Comici.

Wie anspruchsvoll ist die Langkofelrunde?

Die Grundrunde ist als normale Bergwanderung (E) eingestuft und verlangt angesichts der Anstiege und der Schuttpassagen eine ordentliche Kondition. Den steilen Anstieg zur Langkofelscharte kannst du dir mit der Seilbahn zum Rifugio Toni Demetz ersparen, während der Abstieg zur Vicenzahütte besser erfahrenen Wanderern vorbehalten bleibt.