Wenige Berge lassen sich so leicht erkennen wie der Schlern (Sciliar). Nach Süden hin schließt er die Seiser Alm ab, und für sich allein fasst er zusammen, was man sich unter den Dolomiten vorstellt. Die lange Wand steigt bis auf 2.564 Meter und endet in zwei Gipfeln, der Santnerspitze und der Euringerspitze, die wie der Bug eines Schiffs über den Wiesen aufragen. Direkt daneben bilden die Rosszähne (Denti di Terrarossa) einen Grat aus Zinnen, die sich im flachen Licht rot färben. Der deutsche Name sagt es klar: Rosszähne, und die spitze Form gleicht wirklich einer Zahnreihe.

Oben auf dem Gipfelplateau, auf 2.456 Metern, steht das Schlernhaus (Rifugio Bolzano). Es ist eine der ältesten Hütten der Dolomiten, so massiv und so abgelegen, dass man sie die Burg zwischen den Felsen nennt. Von dort reicht der Blick bis zum Rosengarten, zum Langkofel und zum Latemar. Wer von der Seiser Alm aufsteigt, folgt markierten Wegen, die fitte Beine verlangen, und die schwierigeren Grate haben Klettersteige für erfahrene Geher. Das ganze Gebiet liegt im Naturpark Schlern-Rosengarten, dem ersten Südtirols, und gehört zum UNESCO-Welterbe Dolomiten.

Häufige Fragen

Wie erreichst du den Schlern von der Seiser Alm aus?

Vom Plateau aus gehst du zu Fuß auf markierten Wegen los, die bis zum Schlernhaus auf 2.456 Meter ansteigen. Es ist eine Tour für konditionsstarke Wanderer. Die Rosszähne dagegen hast du schon von den Panoramawegen aus gut im Blick, die über die Alm führen.

Warum heißen sie Rosszähne (Denti di Terrarossa)?

Der italienische Name Denti di Terrarossa spielt auf die rötlichen Töne an, die der Fels bei Sonnenuntergang annimmt, der deutsche Name Rosszähne meint die Zähne eines Pferdes. Beide beschreiben dasselbe: eine Reihe scharfer Zinnen, aufgereiht wie ein Gebiss.