Hauptort von Gröden, Heimat der ladinischen Holzschnitzerei und Tor zur Seceda und zur Seiser Alm.

Ein wenig Geschichte

St. Ulrich, Urtijëi auf Ladinisch, ist der Hauptort von Gröden und sein lebendigster Ort. Es liegt auf 1.236 Metern, dort wo sich das Tal weitet, und ist ein ladinischsprachiger Ort mit einer Geschichte, die Bauern, Handwerker und, seit über einem Jahrhundert, den Tourismus miteinander verwebt.

Seinen Ruhm in der Welt verdankt es dem Holz. Seit dem 17. Jahrhundert schnitzten Grödner Familien Heiligenfiguren, Kruzifixe und Spielzeug, das Wanderhändler in halb Europa verkauften: die Tradition der Herrgottschnitzer machte St. Ulrich zu einer Hauptstadt der Holzbildhauerei, und du findest sie noch heute in den Werkstätten und im Ortsmuseum.

Mit der Ankunft des alpinen Tourismus, zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert, wurde der Ort zu einem der elegantesten Reiseziele der Dolomiten: eine Fußgängerzone, Aufstiegsanlagen zur Seceda und zur Seiser Alm, ein Kalender voller Veranstaltungen. Doch unter dem touristischen Glanz hält die ladinische Identität stand, in der Sprache, in den Festen und in den Berghöfen an den Hängen.

1872 finanzierte die österreichische Regierung eine Schnitzschule in St. Ulrich, vorangetrieben von Ferdinand Demetz. Es war ein Wendepunkt: Sie hob das technische Niveau der Schnitzer und machte aus dem Schnitzen, einst Winterarbeit, eine echte Industrie. Ende des 19. Jahrhunderts lebten mehr als 70 Prozent der Talbewohner vom Holz. Wer Heiligenfiguren fertigte, waren die "chëi dai sanc", wer Spielzeug machte, die "snizleri".

Wer sich fragt, was man hier isst, findet ladinische und Tiroler Küche: Knödel, Schlutzkrapfen mit Spinatfüllung, Hirschgulasch, Gerstensuppe und den geräucherten Südtiroler Speck. Zum Abschluss Apfelstrudel oder Apfelküchlein.

Sehenswürdigkeiten

  • Die Seceda, das Hochplateau mit den Geislerspitzen, wenige Minuten vom Zentrum entfernt mit Kabinenbahn und Standseilbahn.
  • Die Seiser Alm, das größte Hochplateau Europas, erschlossen durch die Kabinenbahn, die vom Ort abfährt.
  • Die Fußgängeraltstadt mit ihren bemalten Häusern, die Kirche St. Ulrich und das Museum de Gherdëina, der Holzschnitzerei und der Archäologie des Tals gewidmet.

So erreichst du St. Ulrich (Ortisei)

Mit dem Auto verlässt du die Brennerautobahn A22 bei der Ausfahrt Klausen/Gröden und fährst über die SS242 hinauf nach St. Ulrich. Der nächste Bahnhof ist Klausen an der Brennerbahn; von dort und von Bozen fahren die Grödner Linienbusse hinauf. Der Ort hat eine Fußgängerzone, mit überdachten Parkhäusern an den Rändern des bebauten Gebiets.

Beste Reisezeit

Die starken Jahreszeiten sind der Winter, zum Skifahren und für die Anlagen Richtung Seceda und Seiser Alm, und der Sommer, für Wanderungen und Höhenspaziergänge. Im Herbst wechseln die Wälder die Farbe und es gibt weniger Andrang. Bekannte Veranstaltungen sind die Feiern rund um die ladinische Kultur und die Adventmärkte.

Häufige Fragen

Was kann man in St. Ulrich sehen?

Die markantesten Orte sind die Seceda und die Seiser Alm, mit den Bahnen vom Zentrum aus erreichbar, der Fußgängerort mit der Kirche St. Ulrich und dem Museum de Gherdëina sowie die Schnitzwerkstätten, eine historische Grödner Tradition.

Wie kommt man nach St. Ulrich?

Mit dem Auto verlässt du die Brennerautobahn A22 bei Klausen/Gröden und fährst das Tal hinauf. Mit dem Zug kommst du in Klausen oder Bozen an und fährst mit den Linienbussen weiter, die nach St. Ulrich hinaufsteigen.

Warum ist St. Ulrich mit der Holzschnitzerei verbunden?

Seit dem 17. Jahrhundert schnitzten Grödner Familien Heiligenfiguren, Kruzifixe und Spielzeug, das in ganz Europa verkauft wurde. Diese Tradition, jene der Herrgottschnitzer, machte St. Ulrich zu einer Hauptstadt der Holzbildhauerei. Du findest sie noch in den Werkstätten des Ortes und im Museum de Gherdëina.

Ist St. Ulrich auch für Menschen geeignet, die nicht Ski fahren?

Ja. Die Fußgängerzone mit der Kirche St. Ulrich, das Museum und die Werkstätten kannst du das ganze Jahr über besuchen. Im Sommer bringen dich die Bahnen Richtung Seceda und Seiser Alm hinauf zu Spaziergängen, die auch leicht sein können, ganz ohne Ski.

Warum ist St. Ulrich berühmt?

Für die Holzschnitzerei. Seit dem 17. Jahrhundert schnitzten Grödner Familien Figuren und Spielzeug, das in ganz Europa verkauft wurde, und 1872 wurde hier eine Schnitzschule gegründet, die St. Ulrich zu einer Hauptstadt des Handwerks machte. Ende des 19. Jahrhunderts lebten mehr als 70 Prozent des Tals von dieser Arbeit. Der Ort ist außerdem das Tor zur Seceda und zur Seiser Alm.

Was isst man in St. Ulrich?

Die Küche ist ladinisch und Tirolerisch. Du findest Knödel, Schlutzkrapfen mit Spinatfüllung, Hirschgulasch, Gerstensuppe und den geräucherten Südtiroler Speck. Als Nachspeise Apfelstrudel oder Apfelküchlein.