Eine deutschsprachige Sprachinsel am Fuß des Monte Peralba, mit ihren Holzhausweilern und den Quellen des Piave.

Ein wenig Geschichte

Sappada / Plodn, Plodn in der ortsüblichen Sprache, liegt auf 1.245 Metern an der Nordspitze des Cadore, wo Venetien auf Friaul und Österreich trifft. Es ist eine Sprachinsel: Hier spricht man noch einen archaischen deutschen Dialekt, das Plodarisch, um das Jahr 1000 von Siedlern hergebracht, die aus dem österreichischen Villgratental kamen.

Das Dorf ist keine einzelne Siedlung, sondern eine Reihe von fünfzehn Weilern, entlang der Straße aufgereiht, jeder mit seinem eigenen alten Namen. Die ältesten bewahren ihre Blockbau-Holzhäuser, mit an den Ecken verkämmten Balken und Balkonen zur Sonne. Sappada Vecchia, der Weiler Cima, ist der unversehrteste Teil und zeigt, wie man einst zwischen Heuernte, Wäldern und langen Wintern lebte.

Gleich über dem Dorf, unterhalb des Monte Peralba, entspringen die Quellen des Piave. Der Fluss, den die Italiener als dem Vaterland heilig bezeichnen, beginnt hier als kleiner Bach zwischen den Steinen. Bis 2017 gehörte Sappada zur Provinz Belluno in Venetien; dann ging es per Volksabstimmung an Friaul über, bleibt aber dem Comelico und den Dolomiten ringsum verbunden.

Die am tiefsten empfundene Tradition ist der Karneval, der Plodar Vosenòcht, an den drei Sonntagen vor der Fastenzeit begangen. Die Symbolmaske ist der Rollate, eine Gestalt zwischen Mensch und Bär, in einen Pelzmantel mit Kapuze gehüllt, mit gestreiften Hosen und genagelten Stiefeln. Sein Name kommt von den rolln, den schweren gusseisernen Kugeln, die mit einer Kette am Gürtel befestigt sind und einen dumpfen Klang erzeugen, wenn er sich durch die Straßen bewegt.

Die Küche von Sappada trägt die Spuren dieser Grenzgeschichte. In den Käsereien und Hochgebirgshütten machen sie lokale Käse und Ricotta, während in den Häusern noch Mohnkrapfen zubereitet werden, die mit Mohn gefüllten Süßspeisen. Weiter oben, jenseits der Quellen, öffnet sich das Val Sesis am Fuß des Peralba, der mit 2.694 Metern der höchste Gipfel der Gegend ist.

Sehenswürdigkeiten

So erreichst du Sappada / Plodn

Sappada liegt am Talschluss und wird über die Staatsstraße 355 erreicht, die von Santo Stefano di Cadore entlang des Piave hinaufsteigt. Wer von der Autobahn kommt, fährt bei Carnia (A23) ab und das Val Degano hinauf, oder kommt aus dem Cadore über Pieve. Der nächste Bahnhof ist Calalzo-Pieve di Cadore, dann geht es mit dem Linienbus oder dem Auto das letzte Talstück weiter.

Beste Reisezeit

Im Sommer ist das Dorf kühl und grün, gut geeignet für den Aufstieg zu den Quellen des Piave und zwischen den Holzweilern. Im Winter liegt Schnee, mit Langlauf- und Abfahrtspisten und dem Karneval von Sappada mit seinen Holzmasken. Frühling und Herbst sind ruhige Jahreszeiten, mit den Farben der Wälder und wenigen Touristen.

Häufige Fragen

Was gibt es in Sappada / Plodn zu sehen?

Die Quellen des Piave unterhalb des Peralba, die Holzweiler von Sappada Vecchia mit ihren Häusern aus verkämmten Balken und die Wasserfälle des Mühlbach. Auch ein Spaziergang durch die fünfzehn Weiler lohnt sich, um den ortsüblichen deutschen Dialekt zu hören.

Warum spricht man in Sappada Deutsch?

Weil es eine deutschsprachige Sprachinsel ist. Um das Jahr 1000 kamen Siedler aus dem österreichischen Villgratental und brachten einen archaischen deutschen Dialekt, das Plodarisch, das unter den Bewohnern noch lebendig ist.

Wie kommt man nach Sappada?

Du fährst die Staatsstraße 355 von Santo Stefano di Cadore entlang des Piave hinauf. Von der Autobahn fährst du bei Carnia ab und durch das Val Degano, oder du kommst aus dem Cadore. Der nächste Bahnhof ist Calalzo-Pieve di Cadore, dann Bus oder Auto.

Wo entspringt der Piave?

Der Piave entspringt über Sappada, am Fuß des Monte Peralba, als kleiner Bach zwischen den Steinen. Die Quellen werden zu Fuß mit einer kurzen Wanderung vom Dorf erreicht, und sie sind eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Gegend.

Was ist der Karneval von Sappada?

Es ist der Plodar Vosenòcht, der Karneval an den drei Sonntagen vor der Fastenzeit. Die Symbolmaske ist der Rollate, eine Gestalt zwischen Mensch und Bär in Pelz gekleidet, mit gusseisernen Kugeln namens rolln am Gürtel, die entlang der Straßen des Dorfes erklingen.

Was isst man in Sappada?

Im Dorf findest du lokale Käse und Ricotta aus den Käsereien und Hochgebirgshütten, Bergwurstwaren und Mohnkrapfen, die mit Mohn gefüllten Süßspeisen der ortsüblichen deutschen Tradition. Das sind die Aromen der deutschsprachigen Sprachinsel.