Catinaccio ist nur der italienische Name. Auf Deutsch heißt der Berg Rosengarten und auf Ladinisch Ciadenac: drei Arten, die Geschichte desselben Massivs zu erzählen, das den Ostrand des Fassatals abschließt, an der Grenze zum Eggental und zum Tierser Tal. Sein Ruhm gründet nicht nur auf der Steilheit seiner Türme, sondern auf dem, was geschieht, wenn das Licht sinkt. An klaren Abenden, am stärksten im Sommer und Herbst, färbt sich der Fels rosa und dann in ein leuchtendes Rot, das ein paar Minuten anhält, bevor es zu Grau verblasst. Das ist die Enrosadira, das Alpenglühen, ein ladinisches Wort, das schlicht rosa werden bedeutet.
Hinter diesem roten Glühen steckt eine der bekanntesten Sagen der Dolomiten. König Laurin, Herrscher der Zwerge, besaß auf dem Rosengarten einen prächtigen Rosengarten. Als ihm seine Tochter Ladina geraubt wurde, belegte er ihn mit einem Fluch, sodass niemand seine Rosen je wiedersehen sollte, weder bei Tag noch bei Nacht. Doch in seiner Eile vergaß er Morgen- und Abenddämmerung, und seither entbrennt der Garten in genau diesen beiden Augenblicken wieder in Farbe. Um es zu sehen, brauchst du nichts als deine Augen. Gute Plätze sind Vigo di Fassa und der Karerpass (Passo di Costalunga). Wenn du näher heran willst, nimm die Gondel nach Ciampedie und erreiche die Hütten am Fuß der Wände, wo Rundwege und Klettersteige ins Herz der Gruppe führen.
Häufige Fragen
Was ist die Enrosadira des Rosengartens?
Es ist das Rosa und Rot, das die Wände des Rosengartens bei Morgen- und Abenddämmerung annehmen, wenn tiefstehendes Licht auf den Dolomitfels trifft. Es dauert nur wenige Minuten und ist an klaren Sommer- und Herbstabenden am stärksten.
Wo schaut man den Rosengarten bei Sonnenuntergang am besten an?
Zu den einfachsten Plätzen zählen Vigo di Fassa und der Karerpass, dazu der Aussichtspunkt Ciampedie, den du mit der Gondel von Vigo erreichst. Ein klarer Himmel zählt mehr als die Höhe, von der aus du zuschaust.