Den Latemar erkennst du auf den ersten Blick, auch ohne seinen Namen zu kennen. Er ist eine Krone aus zerklüfteten Zacken zwischen dem Fleimstal und dem Eggental, wobei der Hauptkamm die Grenze zwischen der Provinz Trient und jener von Bozen bildet. Der höchste Gipfel ist der Cimon del Latemar mit 2.842 Metern, aber es ist das Ganze, das wirkt: eine Reihe von Türmen, die sich bei Sonnenuntergang rosa und orange färbt, jene Enrosadira, die diese Berge berühmt gemacht hat.
Geologisch ist er ein Stück Geschichte. Die Gruppe ist das, was von einem alten Korallenriff vor 240 Millionen Jahren übrig blieb, gewachsen in einem tropischen Meer und später gehoben, und sie ist einer der Orte, an denen sich diese Struktur in den ganzen Dolomiten am besten lesen lässt. Nicht zufällig zählt der Latemar zu den von der UNESCO anerkannten Systemen: Er ist nicht nur schön, er ist ein Archiv aus Stein.
An seinem Fuß liegen die beiden Gründe, aus denen die meisten überhaupt hierherkommen. Im Norden der Karersee, der kleine Wasserspiegel, in dem sich die Gruppe spiegelt, vermutlich die meistreproduzierte Ansichtskarte Südtirols. Etwas höher, Richtung Karerpass und Obereggen, liegt das Latemar-Labyrinth: ein Feld riesiger Blöcke, die alte Bergstürze hinterlassen haben, mit einem markierten Weg dazwischen, der für Kinder ein Spiel und für Erwachsene eine Lektion in Geologie ist.
Im Winter wird die Seite von Obereggen, Pampeago und Predazzo zu einem kompakten, gut gepflegten Skigebiet, eingebunden in den Verbund Dolomiti Superski und bekannt für zuverlässige Schneelage und abends beleuchtete Pisten. Im Sommer dagegen ist der Latemar Wander- und Klettersteiggelände, mit Routen vom Spaziergang im Wald bis zu anspruchsvollen Gratüberschreitungen. Um herauszufinden, was zu dir passt, starte mit unserem Guide zum Wandern in den Dolomiten und der Seite zum Fleimstal.
Häufige Fragen
Wo liegt der Latemar?
Zwischen dem Fleimstal in der Provinz Trient und dem Eggental in der Provinz Bozen: Der Gipfelkamm markiert die Grenze zwischen den beiden. Die Orte, von denen aus man aufsteigt, sind vor allem Predazzo, Obereggen, Pampeago und Welschnofen, und an seinem Fuß liegt der Karersee.
Welcher ist der höchste Gipfel des Latemar?
Der Cimon del Latemar mit 2.842 Metern. Die Gruppe besteht aber aus vielen eng stehenden Zacken und Türmen, und es ist dieses gezackte Profil, mehr als die Höhe, das den Latemar von weitem erkennbar macht.
Was ist das Latemar-Labyrinth?
Ein Feld großer Felsblöcke, das alte Bergstürze an der Flanke der Gruppe hinterlassen haben, durchzogen von einem markierten Weg, der zwischen den Blöcken hindurchführt. Es ist eine der beliebtesten Familienwanderungen der Gegend, weil das Schlängeln zwischen den Blöcken Kinder unterhält und der Weg trotzdem leicht bleibt.
Ist der Latemar ein Skigebiet?
Ja. Die Seite von Obereggen, Pampeago und Predazzo bildet ein Skigebiet, das in den Verbund Dolomiti Superski eingebunden ist und für seine zuverlässige Schneelage und das Flutlichtskifahren am Abend geschätzt wird. Im Sommer bedienen dieselben Anlagen Wanderer und Radfahrer.
Warum ist der Latemar UNESCO-Welterbe?
Weil er zu den Systemen gehört, die das 2009 von der UNESCO anerkannte Gut Dolomiten bilden, sowohl wegen der Landschaft als auch wegen der Geologie: Sein Gestein bewahrt die Struktur eines alten Korallenriffs von vor rund 240 Millionen Jahren, und das mit seltener Klarheit lesbar.