Wer im August dort war, kennt die Szene: Du kommst gegen elf aufs Sellajoch, die Schranke ist unten, und dann folgen zwanzig Minuten Kreisen, bis das Auto an einer fragwürdigen Stelle einen Kilometer weiter steht.
Dabei fehlen in Gröden keine Parkplätze. Sie fehlen genau an dem Punkt, an dem alle zur selben Zeit ankommen. Wir haben vom 1. Juni bis zum 15. September die stündliche Belegung von sechs Parkplätzen im Tal aufgezeichnet, und der Unterschied zwischen ihnen ist viel deutlicher, als man denkt. Zuerst aber das Praktische zum Parkplatz auf dem Pass.
Der Parkplatz am Sellajoch: wo er liegt, was er kostet, wann er offen ist
Der Parkplatz liegt oben auf dem Sellajoch, auf der Grödner Seite, in der Gemeinde Wolkenstein. Er ist gebührenpflichtig und das ganze Jahr geöffnet, hat aber je nach Jahreszeit unterschiedlich viele Plätze: 199 im Sommer, 42 im Winter.
Du zahlst 4 Euro pro Stunde für die ersten drei Stunden und ab der vierten 2 Euro pro Stunde, höchstens 20 Euro am Tag. Drei Stunden kosten also 12 Euro, und nach sieben Stunden ist der Tagestarif erreicht: Wer die ganze Langkofelrunde geht, zahlt praktisch 20 Euro. Das sind die Tarife, die der Tourismusverband Gröden veröffentlicht, geprüft am 16. September 2026.
Vom Parkplatz starten die Langkofelrunde und die Kabinenbahn zur Langkofelscharte, die 2026 vom 30. Mai bis zum 11. Oktober fährt. An manchen Sommertagen ist der Verkehr auf dem Pass geregelt: Schau vor der Auffahrt in die Verkehrsmeldungen der Provinz Bozen.
Wie lange jeder Parkplatz durchhält
Entscheidend ist nicht die Größe, sondern wie oft ein Parkplatz an den Sommertagen mit gültigen Daten bei null freien Plätzen angekommen ist. So betrachtet teilen sich die sechs Parkplätze klar in zwei Gruppen.
Das Sellajoch mit seinen 199 Plätzen ist der Engpass: voll an 65 von 93 Tagen, also an sieben von zehn, und meist schon zwischen 9 und 11 Uhr. Alle anderen spielen in einer anderen Liga.
Plan hat doppelt so viele Plätze wie das Sellajoch und ist nur an 7 von 77 Tagen als voll gemeldet, einige davon zu Uhrzeiten, die eher auf einen Sensorfehler hindeuten. Monte Pana mit 340 Plätzen war an 9 von 105 Tagen voll, immer nach 11 Uhr. Beide liegen wenige Autominuten vom selben Ausgangspunkt entfernt. Für die übrigen Parkplätze nennen wir nur, wie oft sie voll waren, nicht wann: Ihre Sensoren liefern unregelmäßige Werte, und eine daraus abgeleitete Uhrzeit wäre nicht belastbar.
- Sellajoch, 199 Plätze: voll an 65 von 93 Tagen, meist zwischen 9 und 11 Uhr
- Garage Mont Sëuc in St. Ulrich: voll an 40 von 106 Tagen
- Sciuz, 82 Plätze: voll an 27 von 107 Tagen
- Plan (Plan de Gralba), 400 Plätze: voll an 7 von 77 Tagen
- Monte Pana, 340 Plätze: voll an 9 von 105 Tagen
- Centralpark in Wolkenstein, 218 Plätze: an keinem der 29 gültigen Tage voll
Siebenhundertvierzig Plätze, die niemand nutzt
Plan und Monte Pana zusammen ergeben 740 Parkplätze, die an mehr als neun von zehn Sommertagen auch am Vormittag noch frei sind, während ein paar Kilometer weiter um jeden Platz gerungen wird.
Der Grund ist banal und hat mit Logistik nichts zu tun: Am Sellajoch beginnt die Langkofelrunde, und das ist die Wanderung, die fast alle im Kopf haben, wenn sie nach Gröden kommen. Aufs Joch kommt man aber auch von den anderen Parkplätzen, mit einer Bahn und einem Stück zu Fuß.
Das sind die Wege, die der Tourismusverband Südtirol angibt. Die Zeiten gelten für den Fußweg nach der Bahn, und nur solange die Bahnen fahren: 2026 Piz Seteur und Gran Paradiso vom 11. Juni bis 4. Oktober, Monte Pana vom 6. Juni bis 27. September, Mont de Sëura vom 1. Juni bis 11. Oktober, Ciampinoi vom 6. Juni bis 11. Oktober.
- Von Plan: Kabinenbahn Piz Seteur und Sessellift Gran Paradiso, dann Weg 526 durch die Steinerne Stadt. 25 Minuten, 1,3 km
- Von Plan, mit mehr Gehzeit: Kabinenbahn Piz Seteur und Weg 657. Eine Stunde, 3,1 km
- Von St. Christina und Monte Pana: Sessellifte Monte Pana und Mont de Sëura, dann die Wege 526B, 528 und 526. Eineinhalb Stunden, 4,7 km
- Von Wolkenstein: Seilbahn Ciampinoi, dann die Wege 21A und 526. Eineinhalb Stunden, 4,3 km
Wann du ankommen solltest, Parkplatz für Parkplatz
Wenn das Sellajoch deine erste Wahl bleibt, ist in der Hochsaison nur eine Uhrzeit wirklich sicher: vor 9 Uhr. Vorher war er an den beobachteten Tagen nie voll. An mehr als jedem dritten vollen Tag war er schon zwischen 9 und 10 Uhr voll.
Es gibt aber ein zweites Zeitfenster, das kaum jemand nutzt: Zwischen 12 und 14 Uhr leert sich der Parkplatz wieder, weil die Frühaufsteher absteigen. Wenn du eine kurze Wanderung, ein spätes Mittagessen auf der Hütte oder Fotos im späten Licht vorhast, kommst du um zwei Uhr bequemer an als um zehn, und zum Stundentarif kosten zwei oder drei Stunden 8 oder 12 Euro.
Auf den anderen Parkplätzen stellt sich das Problem viel weniger: Mont Sëuc war an etwas mehr als jedem dritten Tag voll, Sciuz an jedem vierten, Plan 7-mal, Monte Pana 9-mal. Wenn es passiert, dann meist um die Tagesmitte; eine genauere Uhrzeit lassen ihre Sensoren nicht zu.
Tage mit vollem Parkplatz, Monat für Monat
Um wie viel Uhr er voll ist, an vollen Tagen
Wie wir gemessen haben
Die Daten stammen aus dem Open-Data-Portal der Autonomen Provinz Bozen, das die freien Plätze dieser Parkplätze in Echtzeit veröffentlicht. Die Quelle zeigt aber nur den aktuellen Wert und speichert den von gestern nicht: Die Zeitreihe zeichnen wir selbst auf, jeden Tag, und behalten für jede Stunde den niedrigsten Wert freier Plätze.
Beobachtet wurde vom 1. Juni bis zum 15. September 2026. Es zählen nur gültige Tage: Ausgeschlossen haben wir die Tage, an denen ein Sensor den ganzen Tag auf demselben Wert stand, und jene, an denen er auch nachts als voll gemeldet war, denn ein Parkplatz auf einem Pass ist um drei Uhr morgens nie voll. Alle Uhrzeiten sind Ortszeit und in Zeitfenstern angegeben, weil die Reihe stündlich ist. Eine erste Fassung nannte sie in UTC, also zwei Stunden zu früh; korrigiert am 16. September 2026. Gebühren, Öffnungszeiten und die Wege mit den Bahnen stammen aus den offiziellen Quellen oben auf der Seite.
Das ganze Bild der Saison, Monat für Monat und nach Wochentagen, steht in unserer Analyse, wie der Sommer 2026 in den Dolomiten läuft, auf dem Stand der Daten bis zum 15. September.
Häufige Fragen
Was kostet der Parkplatz am Sellajoch?
4 Euro pro Stunde für die ersten drei Stunden und ab der vierten 2 Euro pro Stunde, höchstens 20 Euro am Tag. Das sind die Tarife des Tourismusverbands Gröden, geprüft am 16. September 2026.
Ist der Parkplatz am Sellajoch das ganze Jahr geöffnet?
Ja, jeden Tag. Es ändert sich nur die Zahl der Plätze: 199 im Sommer, 42 im Winter.
Um wie viel Uhr ist der Parkplatz am Sellajoch voll?
Meist zwischen 9 und 11 Uhr, an mehr als jedem dritten vollen Tag schon zwischen 9 und 10 Uhr. Vor 9 Uhr war er nie voll. Voll war er an 65 von 93 gültigen Tagen.
Welcher Parkplatz in Gröden ist am zuverlässigsten?
Monte Pana mit 340 Plätzen, in 105 gültigen Tagen 9-mal voll und nie vor 11 Uhr, und Plan mit 400 Plätzen, voll an 7 von 77 Tagen. Beide liegen wenige Minuten von den meistbesuchten Ausgangspunkten entfernt.
Lohnt es sich, am Nachmittag zu kommen?
Zwischen 12 und 14 Uhr wird am Sellajoch wieder Platz frei, weil die Frühaufsteher absteigen, und ab 14 Uhr haben wir ihn nie voll angetroffen. Das passt zu einer kurzen Wanderung oder einem späten Mittagessen auf der Hütte, weniger zu einer langen Tour: Der Nachmittag begrenzt die Zeit und bringt Gewitter.
Kommt man von Plan aufs Sellajoch?
Ja. Mit der Kabinenbahn Piz Seteur und dem Sessellift Gran Paradiso, dann 25 Minuten zu Fuß auf Weg 526 durch die Steinerne Stadt. Die Bahnen fahren nur in der Saison: 2026 vom 11. Juni bis 4. Oktober.
Woher stammen diese Zahlen?
Die Belegung aus dem Open-Data-Portal der Autonomen Provinz Bozen, das die freien Plätze in Echtzeit veröffentlicht: Die Zeitreihe, die die Quelle nicht speichert, zeichnen wir seit dem 1. Juni 2026 täglich auf; hier zählen die gültigen Tage bis zum 15. September. Gebühren und Öffnungszeiten vom Tourismusverband Gröden, die Wege mit den Bahnen vom Tourismusverband Südtirol.
