Das Sextental (Val di Sesto), im Hochpustertal, ist die östlichste Ecke der Dolomiten: ein deutschsprachiges Tal von unverkennbar tirolerischem Charakter, das sich um die Dörfer Sexten und Moos über 1.300 Metern öffnet. Dies ist Grenzland, wo österreichische und italienische Kultur aufeinandertreffen und die Bindung zwischen der Gemeinschaft und ihren Bergen eng und alltäglich geblieben ist. Das Gebiet liegt im Naturpark Drei Zinnen, einem UNESCO-Weltnaturerbe.
Das eigenartigste Merkmal des Tals ist die sogenannte Sextner Sonnenuhr, gebildet aus den Gipfeln mit den Namen Neuner, Zehner, Elfer und Zwölfer. Die Namen stammen aus der alten bäuerlichen Gewohnheit, die Zeit danach zu bestimmen, wo die Sonne über jedem Gipfel stand, als läse man die Zeiger einer riesigen, in den Fels gehauenen Uhr. Es ist die Art Detail, die dir besser als jede Erklärung sagt, wie eng das tägliche Leben mit dem Horizont verbunden war.
Auch der Erste Weltkrieg hat hier tiefe Spuren hinterlassen. Die Dolomitenfront verlief mitten durch diese Gipfel, und Freilichtmuseen, historische Wege und Befestigungen zeugen von den brutalen Kämpfen in großer Höhe. Im Sommer ist es eine ideale Basis für die Nordwand der Drei Zinnen und zur Erkundung des Fischleintals (Val Fiscalina). Im Winter lösen das Skifahren am Helm (Monte Elmo) und die Schneeschuhwege das Wandern des Sommers ab, in einer Stimmung, die stets ruhig und still wirkt.
