Der Toblacher See ist der See, den du triffst, ohne ihn zu suchen. Er liegt auf 1.251 Metern an der Staatsstraße, die von Toblach nach Landro, Misurina und Cortina hinunterführt, und taucht nach ein paar Kurven rechts auf, eingerahmt von Wäldern, mit den Wänden der Birkenkofel-Gruppe und dem Dürrenstein als Abschluss. Groß ist er nicht: sechshundert Meter auf vierhundert, etwas über vierzehn Hektar, und an der tiefsten Stelle gerade einmal dreieinhalb Meter tief. Genau deshalb erwärmt sich das Wasser im Sommer rasch, und im September gibt es Spiegelungen zurück, die tiefere Seen nie hinbekommen.
Entstanden ist er durch einen Bergsturz. Der Hang kam in alter Zeit herunter und staute die Rienz, die heute ein- und wieder ausfließt und seine einzige Wasserader bleibt. Rundherum läuft ein ebener Weg von etwa viereinhalb Kilometern, ohne nennenswerte Höhenmeter, kinderwagentauglich und über weite Strecken auch mit dem Rollstuhl befahrbar: in einer knappen Stunde und einer Viertelstunde gemütlich zu gehen, vom Schilfgürtel am Ostufer bis zu den Holzstegen über dem Wasser. Wenn du die ausführliche Fassung willst, mit den Stellen zum Anhalten, gibt es unseren Guide zur Runde um den Toblacher See.
Im Sommer vermietet der Bootsverleih am Ufer Ruderboote und Tretboote, und das ist die beste Art, die Mulde von außen zu sehen. Private Boote sind nicht erlaubt, das von zu Hause mitgebrachte Kanu bleibt also auf dem Dach. Baden darf man, aber du solltest wissen, was dich erwartet: Das Wasser bleibt hier oben auch Mitte August kalt, und ein Strandbad gibt es nicht, die meisten kommen also nicht über die Knöchel hinaus. Der Parkplatz ist gebührenpflichtig und an den Wochenenden im Juli und August bis zum späten Vormittag voll; der Linienbus zwischen Toblach und Cortina hält direkt dort und erspart dir das Problem.
Der Winter ist die Jahreszeit, die in Toblach alles verändert. Die Mulde um den See und das nahe Höhlensteintal werden zu einem der Langlaufzentren der Dolomiten, mit Dutzenden Kilometern gespurter Loipen und internationalen Rennen, die hier durchkommen. In dieser Zeit geht man den Uferweg auf festgetretenem Schnee, mit tiefem Licht, das schräg durch die Lärchen fällt. Und wenn du die Ecken des Hochpustertals abklapperst, wartet ein paar Kilometer weiter südlich das Fischleintal, das etwas ganz anderes ist: ein weiter Wiesenboden, senkrechte Wände und die Sextner Sonnenuhr über dir.
Häufige Fragen
Wo genau liegt der Toblacher See?
An der Staatsstraße 51, etwa drei Kilometer südlich des Ortes Toblach, Richtung Landro, Misurina und Cortina d'Ampezzo. Er liegt im Hochpustertal, Provinz Bozen, auf 1.251 Metern. Auf Italienisch findest du ihn als Lago di Dobbiaco ausgeschildert.
Wie lange dauert die Runde um den See?
Der Rundweg misst etwa viereinhalb Kilometer und ist praktisch eben: gemütlich eine Stunde und eine Viertelstunde, zügiger weniger. Er passt für den Kinderwagen, und ein Großteil der Strecke ist zwischen festem Schotter und Holzstegen auch mit dem Rollstuhl machbar.
Darf man im Toblacher See baden?
Ja, Baden ist erlaubt, aber erwarte keinen Badesee: Das Wasser bleibt auch im Hochsommer kalt, und ein Strandbad gibt es nicht. Der See ist höchstens dreieinhalb Meter tief, die Oberfläche erwärmt sich also etwas mehr als bei anderen Bergseen, ein Bad für Mutige bleibt es trotzdem.
Kann man Boote mieten?
Ja. Am Ufer gibt es einen Verleih, der im Sommer Ruderboote und Tretboote vermietet. Private Boote sind auf dem See nicht zugelassen, Kanus und SUP von zu Hause bleiben also im Auto.
Gibt es Parkplätze, und kommt man ohne Auto hin?
Der Parkplatz vor dem See ist gebührenpflichtig und an Wochenenden der Hochsaison bis zum späten Vormittag voll. Die Buslinie zwischen Toblach und Cortina d'Ampezzo hält am See, und der Bahnhof Toblach ist wenige Minuten entfernt: Er ist einer der Seen der Dolomiten, die man am leichtesten ohne Auto erreicht.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?
Juni bis September für die Runde und die Boote, wobei die letzte Septemberwoche und die ersten Oktobertage die schönsten Farben an den Lärchen bringen. Im Winter wird die Gegend zu einem der Langlaufzentren der Dolomiten, und der Uferweg wird auf festgetretenem Schnee gegangen.