Die Hohe Gaisl, italienisch Croda Rossa d'Ampezzo, ist das Bergmassiv, das den Talkessel von Cortina nach Norden abschließt, an der Grenze zwischen Venetien und Südtirol über dem Pragser Tal und dem Höhlensteintal. Der Gipfel ist laut dem Naturpark Ampezzaner Dolomiten 3.146 Meter hoch. Der italienische Name, rote Felswand, kommt nach dem Tourismusbüro von Cortina von der roten Farbe des Gesteins.
Nicht zu verwechseln ist sie mit der Sextner Rotwand, italienisch Croda Rossa di Sesto, in den Sextner Dolomiten, die eine eigene Seite hat. Der Pragser Wildsee und der Toblacher See, weiter unten aufgelistet, weil sie im selben Kartenausschnitt liegen, befinden sich in den Nachbartälern: Im Pragser Wildsee spiegelt sich der Seekofel.
Auf der Karte

- 1Rundweg um den Pragser Wildsee: die leichte Runde um die Perle der Dolomiten
- 2Rundweg um den Toblacher See: eine leichte Wanderung im Hochpustertal
- 3Radweg Toblach–Cortina: der große Dolomiten-Bahntrassenweg
- 4Pragser Wildsee
- 5Toblacher See
Die bekanntesten Gipfel
- Croda Rossa d'Ampezzo3.140 m
- Crodaccia Alta3.015 m
- Piccola Croda Rossa2.860 m
Höhen aus der Karte (OpenStreetMap).
Wie der Berg aufgebaut ist
Ihre Gipfel bestehen nicht aus Dolomit: Laut dem Land Südtirol sind sie aus den hellen Bänken des Dachsteinkalks und der grauen Jurakalke aufgebaut, wie die des benachbarten Seekofels. Die Stiftung Dolomiten UNESCO nennt dort noch kleine Flächen aktiven Eises.
Der Naturpark Ampezzaner Dolomiten beschreibt sie als das innerste Massiv der Ampezzaner Dolomiten, mit ausgeprägt kontinentalem Klima: An der Waldgrenze wachsen Lärchen und Zirben, etwa die jahrhundertealten der Alpe di Lerosa, und an den südlichen Felswänden lebt eine Steinbockpopulation. Zwischen der Kleinen Gaisl und dem Seekofel liegt ein Karstsystem mit tiefen, teils unerforschten Höhlen.
Aussichtspunkte und Anreise
Auf der Pragser Seite startest du von der Plätzwiese, der Hochfläche auf 2.000 Metern im Naturpark Fanes-Sennes-Prags, der Hohen Gaisl gegenüber. Hinauf führt eine Mautstraße ab Brückele: 2026 ist sie vom 6. Juni bis 8. November mautpflichtig, es dürfen höchstens 100 Autos gleichzeitig darauf sein, und je nach Saison ist die Auffahrt meist nur vor 10 und nach 15 Uhr erlaubt. Im Sommer fährt der Bus 443 ab Toblach, Niederdorf und Welsberg.
Vom Gemärk-Pass am Ende des Höhlensteintals führt der Steig Nr. 18 zur Plätzwiese. Von der Plätzwiese läuft der Weg Nr. 3 am Fuß der Hohen Gaisl bis zur Rossalm: Er ist schmal und steinig, einige Stellen sind mit einem Seil gesichert. Von Cortina aus geht es durch das Boite-Tal zur Alpe di Lerosa, laut dem Naturpark gut eine Stunde Fußweg von Ra Stua.
Der Erste Weltkrieg
Die Hohe Gaisl war eine österreichisch-ungarische Stellung: Die Anlagen auf dem Massiv, das die Strada d'Alemagna überblickt, sollten den italienischen Vormarsch nach Norden aufhalten, schreibt das Tourismusbüro von Cortina. Historisch am wichtigsten ist die Croda de R'Ancona, 2.366 Meter, gewählt wegen der Aussicht in alle Richtungen, vom Cristallo bis zu den Tofane.
Daneben liegt die Festung Son Pòuses mit Befestigungen, Stollen und einem Rest des Doppeladler-Wappens. Italienische Stellungen gibt es nur an den Hängen der Croda de R'Ancona, weil die Eroberungsversuche scheiterten, und viele Reste sind verwahrlost. Der Naturpark schlägt den Son Pòuses als Wanderung vor: 4 Kilometer und 400 Höhenmeter.
Zwei Naturparks und UNESCO-Welterbe
Der Naturpark Ampezzaner Dolomiten umfasst die nördliche Hälfte der Gemeinde Cortina, mit Tofana, Cime di Fanes, Col Bechei, Hoher Gaisl und Cristallo; sein Symbol, die Dolomiten-Hauswurz (Sempervivum dolomiticum), ist die Blume des Karstgeländes zwischen Kleiner Gaisl und Seekofel.
Auf der Pragser Seite liegt der Berg im Naturpark Fanes-Sennes-Prags, gegründet 1980. Auf der Plätzwiese, erinnert das Land Südtirol, waren bereits Skilifte, Tennisplätze, ein Feriendorf und große Parkplätze geplant, und der Naturpark hat sie im letzten Moment gerettet. Die Hohe Gaisl gehört zum Teilgebiet Nördliche Dolomiten des UNESCO-Welterbes, das unsere Seite zum UNESCO-Welterbe Dolomiten erklärt.
Die Namen
Auf Italienisch heißt die Hohe Gaisl Croda Rossa d'Ampezzo und die Kleine Gaisl Croda Rossa Piccola, so steht es im Dekret des Naturparks Fanes-Sennes-Prags. Der Name Rotwand gehört dagegen zu anderen Bergen, etwa zur Sextner Rotwand: Wer die Hohe Gaisl sucht, muss über Prags und Cortina schauen, nicht über Sexten.
Wanderungen in der Gruppe
Wanderung · Pustertal (Val Pusteria)
Rundweg um den Pragser Wildsee: die leichte Runde um die Perle der Dolomiten
1 h 15↑ 30 m3,5 km
Wanderung · Sexten (Val di Sesto)
Rundweg um den Toblacher See: eine leichte Wanderung im Hochpustertal
1 h 15↑ 40 m4 km
Wanderung · Sexten (Val di Sesto)
Radweg Toblach–Cortina: der große Dolomiten-Bahntrassenweg
3 h 30↑ 200 m30 km
Sehenswertes
Sehenswert · Pustertal (Val Pusteria)
Pragser Wildsee
Der Pragser Wildsee ist ein Bergsee auf 1.496 Metern im Pustertal, berühmt für sein smaragdgrünes Wasser, das historische Bootshaus und die hölzernen Ruderboote am Fuß des Seekofels. Im Sommer ist die Zufahrt ins Tal geregelt: buche online oder komm früh.
Sehenswert · Sexten (Val di Sesto)
Toblacher See
Der Toblacher See ist ein durch einen Bergsturz entstandener See auf 1.251 Metern, an der Straße, die von Toblach nach Landro und Cortina hinunterführt. Ein ebener Weg umrundet ihn in gut einer Stunde, im Sommer gibt es Ruderboote und Tretboote, im Winter wird die Mulde zu einem der Langlaufzentren der Dolomiten.
In der Nähe
Orte im Kartenausschnitt der Gruppe, die näher an einer anderen Gruppe liegen.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Hohe Gaisl?
3.146 Meter, laut dem Naturpark Ampezzaner Dolomiten, der sie zu den zehn Gipfeln über 3.000 Meter in der Gemeinde Cortina zählt.
Wie heißt die Hohe Gaisl auf Italienisch?
Croda Rossa d'Ampezzo; die Kleine Gaisl ist die Croda Rossa Piccola. Nicht zu verwechseln ist sie mit der Sextner Rotwand, italienisch Croda Rossa di Sesto.
Von wo sieht man die Hohe Gaisl am besten?
Von der Plätzwiese, der Hochfläche über dem Pragser Tal, die ihr gegenüberliegt. Auf der venetischen Seite schließt sie den Talkessel von Cortina nach Norden ab.
Wie kommt man auf die Plätzwiese?
Über die Mautstraße ab Brückele im Pragser Tal, die 2026 vom 6. Juni bis 8. November mautpflichtig ist, mit begrenzter Zahl an Autos und festen Auffahrtszeiten. Im Sommer fährt außerdem der Bus 443 ab Toblach, Niederdorf und Welsberg.
Liegt die Hohe Gaisl in Südtirol oder in Venetien?
In beiden. Die Pragser Seite liegt im Naturpark Fanes-Sennes-Prags in Südtirol, die Seite von Cortina im Naturpark Ampezzaner Dolomiten in Venetien.
Gibt es Spuren des Ersten Weltkriegs an der Hohen Gaisl?
Ja. Das Massiv war eine österreichisch-ungarische Stellung: Reste der Kriegsanlagen gibt es an der Croda de R'Ancona und in der Festung Son Pòuses, viele davon verwahrlost, so das Tourismusbüro von Cortina.