Die Dolomiten auf dem Rad sind ein anderer Berg. Das Tempo ist langsamer als im Auto und schneller als zu Fuß, und es bringt dich dorthin, wo die großen Straßen nicht hinführen: entlang der Flüsse, auf den alten Bahntrassen, zwischen den Höfen. Du musst kein Sportler sein. Du brauchst nur das richtige Rad und die richtige Strecke.

Und es gibt eine Strecke für jeden. Da ist die Familie, die flach auf dem Radweg mit den Kindern in die Pedale tritt, da ist jener, der auf dem Mountainbike über Schotter kurbelt, jener, der mit dem Rennrad die Pässe angeht, und jener, der mit einem E-Bike hinaufkommt, ohne sich die Beine zu ruinieren. Dasselbe Tal ändert seinen Charakter, je nachdem, wie man es befährt.

Dieser Ratgeber hilft dir, deinen Weg zu finden: die schönsten und leichtesten Radwege, das Mountainbiken, die E-Bikes, die großen Straßenpässe, wo man mietet und wie man mit dem Rad unterwegs ist. Die vollständige Liste der Touren findest du im Bereich Mountainbike und E-Bikes. Für den Rest, lies weiter.

Leichte Radwege, Familien inklusive

Wenn du eine entspannte Ausfahrt suchst, haben die Dolomiten einige der schönsten Radwege der Alpen, fast alle auf Asphalt oder festem Schotter mit sanften Steigungen. Der König ist der Radweg im Pustertal (Val Pusteria), der dem Talboden über Dutzende Kilometer zwischen Wiesen, Dörfern und Zwiebeltürmen folgt, die Gipfel immer im Blick. Er ist breit, beschildert und für alle geeignet, Kinder eingeschlossen.

Der andere große Klassiker ist der Radweg Toblach-Cortina (Dobbiaco-Cortina), angelegt auf dem Bett der alten Bahnlinie. Gerade weil er als Bahntrasse begann, sind die Steigungen weich und gleichmäßig: in der Richtung von Toblach nach Cortina geht es fast durchgehend bergab, was ihn selbst dann perfekt macht, wenn du nicht in Form bist. Rund um die Seen findest du dann leichte Runden wie jene am Toblacher See.

Das Schöne an diesen Wegen ist, dass du zurückkommst, ohne die ganze Strecke wieder abfahren zu müssen: viele werden von Bussen und Zügen bedient, die Räder mitnehmen. So wählst du selbst, wie weit du trittst, und lässt dich zum Ausgangspunkt zurückbringen.

  • Radweg im Pustertal: lang, flach, aussichtsreich
  • Toblach-Cortina: auf der alten Bahntrasse, sanfte Steigungen
  • Seerunden (Toblach): kurz und für alle
  • Bequeme Rückkehr mit Bus und Zug, beide nehmen Räder mit

Der Lange Weg der Dolomiten

Wenn du einen Tag Zeit und Lust auf eine richtige Strecke hast, ist der Lange Weg der Dolomiten die große Bahntrassen-Route, die Toblach mit Cortina verbindet und weiter Richtung Calalzo di Cadore führt. Sie durchquert einige der schönsten Landschaften der Ampezzaner Dolomiten, durch Tunnel, über Viadukte und alte, zu Rastplätzen umgebaute Bahnhöfe.

Der beliebteste Abschnitt ist der Toblach-Cortina: rund 30 Kilometer sanftes Gefälle, machbar auch auf einem normalen Rad und mit Kindern, mit vielen genussvollen Einkehrmöglichkeiten unterwegs. Wer weiter will, fährt Richtung Calalzo, wo die Bahn wieder beginnt: Rad in den Zug und eine bequeme Heimfahrt.

Es ist eine Strecke, die allen gefällt, vom Sportlichen bis zur Familie im Urlaub. Um Fahrpläne und Transport zu regeln, wirf einen Blick in den Reiseführer.

Mountainbiken: Schotter und Singletrails

Wenn du Schotter liebst, haben die Dolomiten viel zu bieten. Almen, Forststraßen, Singletrails und Bikeparks verbinden Täler und Hütten, und im Sommer nehmen viele Lifte dein Rad mit, sodass du den Anstieg sparst und die Abfahrt genießt.

Die am besten ausgestatteten Gebiete haben Netze beschilderter Strecken für jedes Niveau, von aussichtsreichen Runden über die Almen bis zu technischen Trails für jene, die damit umgehen können. Ein Klassiker auf dem E-Bike oder dem Muskel-MTB ist die Tour über die Pässe und Hütten des Gadertals (Alta Badia), die auf das Pralongià-Plateau hinaufführt mit weitem Blick über die Sella und die Marmolada.

Die Regel ist dieselbe wie beim Wandern: Wähle die Strecke nach deiner wirklichen Erfahrung, nimm Helm, einen Ersatzschlauch und etwas Werkzeug mit und prüfe das Wetter. Alle Möglichkeiten findest du im Bereich Mountainbike und E-Bikes.

E-Bikes: die Dolomiten ohne Leiden

Das E-Bike hat die Spielregeln verändert. Mit Tretunterstützung erreichst du Hütten und Almen, die früher nur für fitte Beine da waren, und der Anstieg ist kein Problem mehr. Das ist kein Schummeln: du trittst weiterhin, nur mit einem Schub.

E-Bike-Verleih gibt es inzwischen überall, und viele Hotels stellen sie bereit. Die E-Bike-Tour im Gadertal ist das perfekte Beispiel: eine Runde, die zu Fuß einen ganzen Tag verschlingen würde, machst du auf dem E-Bike in deinem eigenen Tempo und hast noch Energie, um die Aussicht und eine Einkehr auf einer Hütte zu genießen.

Ein praktischer Tipp: Behalte den Akku im Auge und brich voll geladen auf. In der Höhe, mit Kälte und Anstiegen, sinkt die Reichweite schneller, als du denkst.

Die Pässe auf dem Rennrad: der Berg der Radfahrer

Für alle, die das Rennradfahren im Blut haben, sind die Dolomitenpässe eine Pilgerfahrt: Pordoi, Sella, Gardena, Falzarego, Giau. Harte, legendäre Anstiege, dieselben, die die Geschichte des Giro d'Italia schreiben, mit Kehren zu Dutzenden und Ausblicken, die jeden Pedaltritt belohnen.

Das Highlight sind die Tage, die für Radfahrer gemacht sind. An manchen Sommerterminen werden die Pässe für Autos gesperrt und allein den Rädern überlassen, wie der Sellaronda Bike Day rund um die Sellagruppe. Und dann ist da die Maratona dles Dolomites, das Radmarathon-Rennen im Gadertal, das jedes Jahr Tausende Radfahrer aus aller Welt anzieht.

Das sind Termine, die die Reise wert sind, aber sie verlagern die Menschenmengen und die Unterkünfte, deshalb lohnt es sich, sie im Voraus zu kennen und zu buchen. Die genauen Daten ändern sich jedes Jahr: prüfe die offiziellen Kalender des Tals.

Verleih, Radtransport und Logistik

Du musst dein eigenes Rad nicht mitbringen. In den Hauptorten, von Toblach über Cortina bis ins Gadertal, findest du gut sortierte Verleihe mit Citybikes, Mountainbikes und E-Bikes, oft mit Helm und Kindersitz inklusive. Viele bieten auch die Rückgabe an einem anderen Punkt als dem Start an, was für die Talradwege praktisch ist.

Der große Verbündete ist der öffentliche Verkehr: mehrere Züge und Busse in der Gegend nehmen Räder mit, sodass du in eine Richtung trittst und bequem in die andere zurückkommst. Das ist das Geheimnis, um die Radwege bergab zu genießen, ohne wieder hinaufkurbeln zu müssen.

Bevor du aufbrichst, prüfe immer die Fahrpläne und die Verfügbarkeit der Radplätze an Bord, die in der Hochsaison ausverkauft sind. Die Serviceinformationen findest du im Reiseführer.

Wann man in den Dolomiten Rad fährt

Die Radsaison läuft grob von Mai bis Oktober. Die Talradwege, wie jener im Pustertal, öffnen früh und bleiben lange angenehm, während die hohen Pässe von Juni bis September am besten sind, wenn der Schnee weg und die Straßen frei sind.

Der Sommer ist die Hochphase: lange Tage, alles geöffnet, aber auch mehr Verkehr und mehr Hitze in der Tagesmitte. Der September ist, wie beim Wandern, oft der Idealpunkt: kühle Luft, weiches Licht und weniger Menschen. Um den richtigen Zeitraum zu bestimmen, gibt es den Ratgeber wann man in die Dolomiten fährt.

Häufige Fragen

Welches sind die schönsten Radwege in den Dolomiten?

Die beiden großen Klassiker sind der Radweg im Pustertal, lang und fast flach am Talboden, und der Toblach-Cortina, angelegt auf der alten Bahntrasse mit sanften Steigungen. Beide sind familienfreundlich und werden von Bussen und Zügen bedient, die für die Rückkehr Räder mitnehmen.

Geht der Radweg Toblach-Cortina bergab und ist er gut für Kinder?

Ja. Er wurde auf dem Bett einer alten Bahnlinie angelegt, deshalb sind die Steigungen weich und gleichmäßig, und in der Richtung von Toblach nach Cortina geht es fast durchgehend bergab. Er ist auch auf einem normalen Rad und mit Kindern machbar, mit vielen möglichen Einkehrstopps unterwegs.

Wo mietet man in den Dolomiten Räder und E-Bikes?

In den Hauptorten wie Toblach, Cortina und im Gadertal findest du gut sortierte Verleihe mit Citybikes, Mountainbikes und E-Bikes, oft mit Helm und Kindersitz. Viele bieten auch die Rückgabe an einem anderen Punkt als dem Start an, praktisch für die Talradwege.

Braucht man ein Mountainbike oder reicht ein E-Bike?

Es kommt darauf an, wohin du willst. Für die Talradwege reicht ein Citybike oder ein normales Rad. Um Almen und Hütten ohne zu große Anstrengung zu erreichen, ist ein E-Bike ideal. Ein Muskel-Mountainbike willst du für anspruchsvollen Schotter und technische Singletrails.

Was ist die beste Zeit zum Radfahren in den Dolomiten?

Die Saison läuft von Mai bis Oktober. Die Talradwege sind fast durchgehend angenehm, während die hohen Pässe von Juni bis September am besten sind. Der September verbindet kühles Wetter, schönes Licht und weniger Andrang.